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Umsatzsteuererklärung

Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler in Deutschland sind verpflichtet, dem Finanzamt den eigenen Umsatz darzulegen. Dies geschieht in Form einer sogenannten Umsatzsteuererklärung. In einer Umsatzsteuererklärung werden alle Tätigkeiten erfasst, die Unternehmen und Selbstständige gegen Entgelt geleistet haben.

Was ist eine Umsatzsteuererklärung?

Die Umsatzsteuer zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen des Staats. Alle Waren und Dienstleistungen in Deutschland sind mit einer Verbrauchssteuer belegt – der Umsatzsteuer. Zurzeit beträgt der reguläre Umsatzsteuersatz 19 Prozent des jeweiligen Warenwerts. Dinge des täglichen Bedarfs oder der Außer-Haus-Verkauf von Restaurants unterliegen einem niedrigerem Umsatzsteuersatz. Zurzeit beträgt dieser sieben Prozent des Warenwerts.

Genau genommen ist eine Umsatzsteuererklärung nichts anderes als eine jährliche Steuererklärung, die Unternehmer abgeben müssen, wenn sie Umsätze im Sinne des § 1 UStG (Umsatzsteuergesetz) generiert haben. Wie diese Umsatzsteuererklärung im Detail zu erfolgen hat und wie sie übermittelt wird, ist in § 18 UStG geregelt.

Angegeben werden in einer Umsatzsteuererklärung alle Umsätze und Vorsteuerbeträge, die im betreffenden Jahr angefallen sind. Der Staat verpflichtet Unternehmen und Selbstständige dazu, monatlich oder quartalsweise eine sogenannte Umsatzsteuervoranmeldung (UstVA) beim Finanzamt einzureichen. Darunter versteht man eine Vorauszahlung auf die jährliche Umsatzsteuerschuld. Diese wird im Rahmen der Umsatzsteuererklärung abschließend berechnet.

Das Prinzip der Umsatzsteuervoranmeldung macht gleich doppelt Sinn: Der Staat bewahrt Unternehmen davor, alle Steuern auf einmal zahlen zu müssen. Gleichzeitig sorgen die Vorauszahlungen für einen kontinuierlichen Zustrom an Steuergeldern. Abgabetermin der Umsatzsteuervoranmeldung ist immer der zehnte Tag des Monats. Dieser muss allerdings auf einen Werktag fallen. Ist dies nicht so, dann verschiebt sich der Stichtag auf den nächsten Werktag.

Kleinunternehmer: Ausnahme bei der Pflicht zur Umsatzsteuererklärung

Keine Regel ohne Ausnahme: Die Verpflichtung zur Umsatzsteuervoranmeldung gilt für alle Unternehmen und Freiberufler. Kleine Unternehmen und Selbstständige mit geringen Umsätzen profitieren von einer Ausnahmeregelung. Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 des UstG schützt Firmen mit geringen Umsätzen vor überbordender Bürokratie. Das bedeutet: Kleinunternehmer müssen keine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt einreichen. Deswegen weisen sie in ihren Ausgangsrechnungen auch keine Umsatzsteuer aus. Ein echter Wettbewerbsvorteil: Waren und Dienstleistungen, die ohne Umsatzsteuer angeboten werden, sind in der Regel günstiger als Produkte und Services mit ausgewiesener Umsatzsteuer.

Gedacht ist die Kleinunternehmerregelung auch für Start-ups und Existenzgründer. Diese Unternehmen können sich beim Finanzamt als Kleinunternehmer registrieren lassen, sofern die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Der Umsatz überschreitet 22.000 Euro nicht
  • Der geschätzte Umsatz des aktuellen Jahrs liegt unter 50.000 Euro

Das bedeutet: Um die Umsatzsteuervoranmeldung kommen Kleinunternehmer herum – um eine Umsatzsteuererklärung hingegen nicht. Denn: Auch Kleinunternehmer sind zur Abgabe einer jährlichen Umsatzsteuererklärung verpflichtet. Mithilfe des Teil B des offiziellen Steuerformulars „Angaben zur Besteuerung der Kleinunternehmer“ stellt das Finanzamt fest, ob ein Anspruch auf die Kleinunternehmerregelung besteht. In der Praxis wird dies allerdings unterschiedlich gehandhabt. Ob die Abgabe einer jährlichen Umsatzsteuererklärung wirklich erforderlich ist, lässt sich deswegen nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Finanzamt klären.

Steuererklärung für Photovoltaikanlage

Die Produktion regenerativer Energie mithilfe einer Photovoltaikanlage bringt für viele Betreiber steuerliche Pflichten mit sich. Das überrascht viele Bürger. Strom aus Photovoltaik ohne Steuern, das geht nur, wenn Sie nachweisen könne, dass Sie mit Ihrem Sonnenstrom keine Gewinne erzielen.

Speisen Sie regenerativen Strom aus einer Photovoltaikanlage dagegen ganz oder teilweise in das öffentliche Netz ein, dann werden Sie aus steuerlicher Sicht zum Unternehmer. Damit sind Sie zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung verpflichtet. Einnahmen aus der Einspeisevergütung und die Menge an selbst verbrauchtem Solarstrom sind damit umsatzsteuerpflichtig. Aber auch hier gilt: Neben der Regelbesteuerung besteht die Möglichkeit einer Jahresumsatzsteuererklärung als Kleinunternehmer.

Photovoltaikanlage – Regelbesteuerung vs. Kleinunternehmerregelung
  Regelbesteuerung Kleinunternehmerregelung
Bedingung Mindestens 10 % unternehmerische Nutzung oder Einspeisung ins öffentliche Stromnetz Maximaler Jahresumsatz muss unter 17.500 Euro liegen
Erstattung Vorsteuer Ja Nein
Eigenverbrauch Wird besteuert Wird nicht besteuert
Administration Monatliche Umsatzsteuervoranmeldung, jährliche Einnahmen-Überschuss-Rechnung Geringer bürokratischer Aufwand
Wechsel der Besteuerungsart Nach sechs Jahren Wechsel in Kleinunternehmerregelung sinnvoll Wechsel in Regelbesteuerung möglich


Frist zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung

Die Abgabe einer Umsatzsteuererklärung ist ein formaler Akt bei dem Regeln und Fristen zu beachten sind. Gemäß § 149 (2) der Abgabenordnung (AO) muss eine Umsatzsteuererklärung spätestens am 31. Mai des Folgejahrs elektronisch eingereicht werden. Ein Beispiel. Ihre Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2021 muss dem Finanzamt spätestens am 31. Mai 2022 vorliegen. Sollten Sie zur Bearbeitung Ihrer Steuererklärung einen Steuerberater hinzuziehen, dann verlängert sich die Frist bis zum 30. September des Folgejahrs. Übertragen auf das obige Beispiel müsste Ihre Umsatzsteuerjahreserklärung spätestens am 31. September 2022 beim Finanzamt sein.