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Erforderlichkeit eines Arbeitszimmers

Die Finanzverwaltung befasst sich momentan intensiv mit der Frage der Notwendigkeit eines steuerlich geltend gemachten Arbeitszimmers. In der Rechtsprechung der Finanzgerichte wird überwiegend die Auffassung vertreten, dass ein Betriebsausgaben- und Werbungskostenabzug für ein häusliches Arbeitszimmer nicht möglich ist, wenn das Arbeitszimmer nach Art und Umfang der Tätigkeit nicht erforderlich ist.

Gemäß § 4 Abs. 5 Satz. 1 Nr. 6b EStG kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht als Betriebsausgaben abziehen. Dies gilt nicht, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 EUR begrenzt; die Beschränkung der Höhe nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. 

Nach dem Wortlaut der Vorschrift kommt es - auch wenn nur für einen ganz geringen Teil der beruflichen Tätigkeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht - auf die Erforderlichkeit einer häuslichen Arbeitszimmers nicht an.

Um einen Missbrauch dergestalt zu vermeiden, dass Kosten der privaten Lebensführung in den beruflichen Bereich verlagert werden, sei es allerdings nach Auffassung des FG Nürnberg sachgerecht, auf die Erforderlichkeit des Aufwandes abzustellen (Urteil v. 19.03.2012, 3 K 308/11).

Neue Entscheidung des FG Düsseldorf

Die Auffassung, dass ein Arbeitszimmer für die Tätigkeit erforderlich sein muss, hat kürzlich auch das FG Düsseldorf vertreten (Urteil v. 4.5.2017, 8 K 329/15 E). Das FG bezieht sich dabei u. a. auf eine Entscheidung des VI. Senats des BFH vom 15.12.2016 (VI R 86/13). Hier hat der BFH dem FG zur Aufgabe gemacht, zu klären, welche Arbeiten der Kläger in dem als häusliches Arbeitszimmer deklarierten Raum verrichtet hat. Dies sei erforderlich um beurteilen zu können, ob dort überhaupt eine Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen entfaltet wird und ob der Umfang der im Zimmer ausgeübten beruflichen Tätigkeiten es glaubhaft erscheinen lässt, dass hierfür ein Arbeitszimmer vorgehalten wird (in Bezug auf die o. a. Entscheidung des FG Nürnberg).

Erfolgreiche Nichtzulassungsbeschwerde

Das FG hat die Revision nicht zugelassen. Der BFH hat aber aufgrund der Nichtzulassungsbeschwerde die Revision zugelassen. 

Vergleichbare Fälle sollten daher offen gehalten werden, bis der BFH entschieden hat (Az. der Revision: VI R 46/17). Einsprüche ruhen kraft Gesetzes nach § 363 Abs. 2 Satz 2 AO.

gez. M. Lamprecht

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Bundesverband ESUG – Sanierungserlass gekippt – irreparabler Schaden für Wirtschaftsstandort Deutschland

Der Große Senat des Bundesfinanzhofs hat mit seinem Beschluss vom 28.11.2016 entschieden, dass mit dem Sanierungserlass des BMF vom 27. März 2003 gegen den Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung verstoßen wird.

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